Also ich hatte ja gestern Abend dann doch das erste Mal das Vergnügen in Spanien ins Kino zu gehen. Erfreulicherweise habe ich sogar so gut wie alles verstanden, worüber ich sehr glücklich bin! Es wird mit dem Spanisch lernen! Schon lustig, wenn ich nach Valencia gedacht habe, dass ich Spanisch kann, dann lache ich da heute nur noch drüber! Und so wird es mir in gewisser Zeit auch über meinen jetztigen Stand des Sprachvermögens gehen...
Nun zum eigentlich Anlass dieses Artikels. Der Film. Hochgelobt in der Presse und für diverse Preise nominiert: the reader
Kinder, tut Euch einen Gefallen und schaut Euch den Müll nicht an!
Der Film springt in der Handlung zwischen 1995, 1958 und später dann noch 1983 hin und her, spielt in Westdeutschland, genauer gesagt Berlin und Neustadt (wobei ich dieses nicht wiedererkannt habe - trotz 2-jähriger Ausbildung in Deidesheim). Es dreht sich um einen 15jährigen, der sich auf dem Heimweg von der Schule übergeben muss (wegen Krankheit), dies in einer Hofeinfahrt erledigt und so die viel ältere Hanna Schmitz kennenlernt. Mit beginnt er dann eine den Sommer währende Affäre in der sich herausstellt, dass sie weder lesen noch schreiben kann und ganz vernarrt darauf ist, dass er ihr Bücher und Geschichten vorliest - bevor es zum Liebesakt kommt - bis sie dann plötzlich ohne Vorwarnung wegzieht. Jahre später während seines Studiums als Jurist sieht er sie plötzlich als Hauptangeklagte in einem Auschwitz-Prozess wieder. Letztendlich wird sie auch schuldig gesprochen, basierend auf einem Befehl, den sie ihren Mitarbeiterinnen und Mitangeklagten angeblich schriftlich hat zukommen lassen. Hanna gibt die Schuld zu, da sie sich schämt eine Schriftprobe vor dem Auditorium des Gerichtes abgeben zu müssen. Die Hauptperson, Michael, ist plötzlich der einzige, der weiß dass Hanna unschuldig ist, da sie diesen Befehl niemals hat schreiben können. Er will sich mit ihr treffen, geht ins Gefängnis, doch auf dem Weg dorthin macht er kehrt.
Hanna wird zu lebenslanger Haft verurteilt und Michael wird Jurist, gründet eine Familie, hat sogar eine Tochter. Er kommt jedoch nie so ganz darüber hinweg und bei einem Besuch in Neustadt bei seinen Eltern beginnt er, alle Bücher aus der Zeit mit Hanna auf Kassetten zu sprechen und diese Hanna ins Gefängnis zu schicken. Nach einiger Zeit beginnt Hanna dann sich selbst lesen un schreiben beizubringen.
Am Ende der 25 Jahre Haft, eine Woche vor ihrer Entlassung, kommt Michael zu Hanna ins Gefängnis. Er ist ihr einziger Kontakt in der Aussenwelt. Sie hat die ganze Zeit auf ihn gehofft und gewartet. Doch als sie erfährt, dass er verheiratet ist und eine Tochter hat, nicht mit ihm wohnen wird und eine gewisse Distanz wahrt, begeht sie in der letzten Woche ihrer Haft Selbstmord und erhängt sich in ihrer Zelle.
Ihm vermacht sie ihr gesamtes erspartes Geld, welches er jedoch der einzigen Überlebenden aus dem Prozess (es ging um eine Gruppe in einer Kirche eingesperrter Frauen die verbrannt sind) geben will. Dazu reist er extra nach New York. Die Frau will jedoch das Geld nicht, woraufhin er das einer jüdischen Organisation spendet.
Letztendlich fährt Michael mit seiner Tochter zum Grab von Hanna um ihr die ganze Geschichte zu erzählen.
Soweit zur rein sachlichen Beschreibung der Handlung...
Der Film ist träger als Teer! Ekelhaft! Die Sommerromanze zieht sich fast eine geschlagene Stunde hin, man bekommt X-fach die hässlichen Titten von Kate Winslet vorgehalten - ja, eigentlich könnte man die erste Stunde fast als eine Art eklige "Fastkinderpornografie" bezeichnen. Nach 1,5 Std fragt man sich dann: So werden also deutsche im Ausland dargestellt? Nur Sex (und das auch noch mit Minderjährigen)? Der Moment ihrer "Flucht", also als sie plötzlich wegzieht, ist so ein krasser Einschnitt, dass man sich fast erschreckt! Wer hätte damit gerechnet? Da kommt ja noch mehr als nur die Titten von Kate Winslet (hab ich erwähnt, dass die hässlich sind?!)!
Und obwohl danach in dem Film nicht mehr allzuviel passiert - bzw. eigentlich passiert in dem ganzen Film fast gar nichts - ausser, dass ständig ein psychisch gestörter Jugendlicher dämlich in die Kamera guckt; zieht sich der Film doch auf fast 3 (in Worten: DREI) geschlagene Stunden!!! Dann kam für mich noch hinzu, dass das Thema 3. Reich, Judenverfolgung etc. mittlerweile bestimmt 1.000.000x verfilmt wurde. Dadurch verliert es zwar nicht an Wichtigkeit und Brisanz, ermüdet aber und birgt in meinen Augen die Gefahr, dass der Kinobesucher, bzw. Filmbetrachter die gesamte Nazi-Epoche nur noch als Filmthema ansieht. So wie der Mord an Julius Caesar, die Schlacht im Teutoburger Wald oder Dschinghis Khan. Darüber sollten einige der Filmemacher vielleicht mal nachdenken...
Fazit: Furchtbarer Film! Malissima! Ganz unterirdisch! Bitte keine weiteren Anti-Nazi-Filme mehr! Ich bin weiß Gott kein rechts denkender Mensch - alles andere als das sogar - aber wie schon gesagt: der Overflow an solchen Filmen bringt einen Ermüdungseffekt mit sich und birgt die Gefahr das Thema nicht mehr ernst zu nehmen. Die Leute sollen lieber mal nach Auschwitz oder Weimar fahren und sich das vor Ort anschauen, sich mit der Geschichte in Form von Büchern und den noch lebenden Zeitzeugen auseinandersetzen. Da halte ich persönlich viel mehr von!
Wer den Film sehen will, sollte sich das Geld für's Kino sparen - es ist rausgeworfenes Geld! Mag sein, dass dieser Kritik total konträr zur allgemeinen Kritik in der Presse ist. Kratzt mich kein Stück! Das ist meine persönliche Kritik und wer sie nicht hören (bzw. lesen) will, der lässt es einfach.
Hasta la próxima!
El Pollo
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen